Ramones Tributeband

Das folgende Interview erschien im Wanker-Fanzine Nr. 9.


 


WANKER: Zu allerst: WIR LIEBEN DIE RAMONES, daher LIEBEN WIR AUCH EUCH, denn ihr lasst unsere KULT-Band nicht sterben. Deshalb erzählt den interessierten WANKER Leser was zu eurer History, wie kam es zur Gründung der RÄMOUNS, woher kommt ihr, wer seid ihr, wer spielt noch in weiteren Bands bzw. hatte vorher schon Musik gemacht und WER hatte die zündende Idee eine RAMONES Coverband zu gründen....


RÄMOUNS:


Die Idee eine Ramones-Coverband zu gründen ist eigentlich schon (genau) zehn Jahre alt und wurde damals von Coiny und Lemmy Rämoun initiiert und in die Tat umgesetzt. Damals war das ganze nur noch nicht so ausgereift. Die Rämouns bestanden aus drei Leuten mit Lemmy an der Gitarre und am Mikro, das Outfit usw. war noch nicht so RAMONES-mäßig. Ich (also Butsch Rämoun) sollte dann eigentlich am Mikro dazukommen, dann verwarf man sich aber mit dem Schlagzeuger (der auch kein RAMONES-Schlagzeug spielen wollte, sondern ständig irgendwelche ätzenden Breaks und Rolls dazwischen huddelte).


Und so machten die damaligen RÄMOUNS auch nur einen Gig und verschwanden für lange, lange Zeit in der Versenkung. Damals war die Zeit auch noch nicht wirklich reif für sowas, weil die leibhaftigen RAMONES ja noch aktiv waren. Mittlerweile sieht das anders aus. Ich schätze, dass der größte


Teil der „Die-hard" Fans auf RAMONES-Turkey ist. Uns geht es jedenfalls so. Also haben wir vor ungefähr zwei, drei Jahren angefangen die RÄMOUNS wiederzubeleben. Diesmal aber mit völlig anderem (bzw. überhaupt einem)


Konzept. Wir hatten schon lange mal immer eher unverbindlich davon gelabert sowas aufzuziehen und eines Tages sagten Coiny und ich einfach, dass wir das jetzt machen, befahlen Lemmy gefälligst zur Probe zu kommen, was er auch gerne machte und machten uns auf die Suche nach einem Trommler, den wir auch ziemlich schnell in unserem genialen Fitty Rämoun fanden.


Vor den RÄMOUNS haben natürlich alle lange, lange Jahre Musik gemacht und zwar in vielen unterschiedlichen Kapellen. Lemmy dürfte vielleicht vielen WANKER-Lesern als Gitarrist und/oder Bassmann-Sänger der Metal Kapellen Violent Force und Living Death bekannt sein. Ausserdem hat Lemmy auch eine Motörhead Coverband, die Motöhead Maniax. Fitty verdingte sich lange in diversen Trashmetal Kapellen, ähnliches gilt für Coiny, der lange auch mit Lemmy in einer Kapelle geigte nämlich den Jamheads. Ich für meinen Teil habe mich lange mit unbedeutenden Punk-Rock Kapellen rumgetrieben z.B. Ramslash oder den Wild-Decker Zechprellern.


WANKER: Wenn man einen Blick auf eure Homepage (www.raemouns.de) wirft und sich die Fotos anschaut sieht das alles nach "very die hard" und sehr "original" aus. Raus mit der Sprache: habt ihr Perücken auf (was ja noch originaler "wäre" da böse Zungen munkeln das ein Mitglied der Ramones es tatsächlich auch getan haben soll....) oder lauft ihr PRIVAT "out of stage" auch so rum im klassischem RAMONES Outfit??? Nach welcher Besetzung orientiert ihr euch (schließlich gab es ja auch mal einen TOMMY RAMONE, MARKY RAMONE, CJ RAMONE etc....)? Hat euer Schlagzeuger auch die Hi-Hat wie einst MARKY RAMONE zweimal (eine links und eine rechts)????


RÄMOUNS:Da kommen wir jetzt auf unser Konzept zu sprechen das ich gerade nur erwähnt habe. Drei von uns, also Lemmy, Coiny und ich sind die absoluten die-hard Fans. Das geht soweit, dass wir beim Inder immer nur „Chicken Vindaloo" (ihr wisst schon: Hangin’ out on 2nd avenue, eatin’ chicken vindaloo) bestellen. Fitty mochte die RAMONES zwar schon immer, ist aber jetzt nicht ein Fanatiker wie wir. Er geniesst es aber RAMONES-Songs zu spielen und so langsam aber sicher polen wir ihn um. Die grundsätzliche Idee ist, einer der größten Rock’n’Roll Bands ever zu huldigen. Gleichzeitig wollen wir natürlich den (RAMONES-) Fans das bieten was sie von einem RAMONES Konzert auch erwarten können. Folglich mussten wir den Dresscode und die Show als Parteilinie ansehen von der nicht einen Millimeter abgewichen werden darf. Es mussten also Lederjacken, Turnschuhe und lange Haare sowie ein entsprechendes „Corporate Design" her. Der Haarschnitt sollte nach Möglichkeit den originalen angeglichen werden, so dass bei Schummerlicht und Nebel auf der Bühne der Eindruck entsteht, dass es sich tatsächlich um die RAMONES handelt. Dazu spielen wir (fast) das originale Set, in der gleichen Reihenfolge wie das Original. Insofern ist der Ausdruck Coverband eigentlich nicht ganz korrekt. Die RÄMOUNS sind mehr eine Imitationsband.

Was das Outfit und den Konzertablauf angeht orientieren wir uns eher an den RAMONES der 90er. Wir lassen also das „The Good, the Bad, the Ugly" Intro laufen und starten dann mit Durango 95 durch, anschließend Teenage Lobotomy. Später im Set, vor allem im letzten Drittel, legen wir den Schwerpunkt auf die 70er RAMONES. Ursprünglich wollten wir uns mehr an den 70er RAMONES orientieren, vor allem was die Geschwindigkeit anbelangt. Wir waren der Meinung, dass manche Stücke wie „Sheena is a Punk Rocker" eine langsamere Geschwindigkeit als bspw. auf der Loco Live ganz gut täte. Deshalb spielen wir solche Stücke eher im Tempo der It’s alive. Wir picken uns also das Beste der 90er und 70er RAMONES heraus. Das Line-Up soll Joey, Johnny, Marky und DeeDee darstellen. Coiny geht aber auch als CJ durch.




Privat laufen wir alle in Armani-Anzügen rum.... (Ha, Ha). Nein, wir bevorzugen


tatsächlich das Ramones-Outfit weil es so schön zeitlos ist. Was die Hi-Hat-Sache angeht: Unser Trommler, der Fitty ist so fit (deshalb ja auch Fitty),


der braucht nur eine Hi-hat und kann trotzdem die achtel trommeln bis es raucht!

WANKER:Was für Leute kommen auf eure Konzerte, was denken die Leute über eine RAMONES Coverband und gab es auch schon mal einen Satz heiße Löffel bzw. verbale Worte nach dem Motto man betätige sich der "Leichenfledderei"? Wieviel wilde Mädchen und RAMONES Fans liegen euch zu Füßen???


RÄMOUNS:Also gesicherte Aussagen können wir da nicht machen, weil wir ja erst einen Gig gemacht haben. Der sprengte aber alle unsere kühnsten Erwartungen. Der Laden in dem wir gespielt haben platzte aus allen Nähten und das Publikum war, wie für RAMONES-Konzerte üblich, sehr gemischt. Punks, Rockers und Normalos alles war da. Der Zuspruch ist, das sieht man auch wenn man ins Gästebuch unserer Website (www.raemouns.de) schaut, sehr positiv. Unsere penible Detailverliebtheit und der Aufwand der damit verbunden ist wird sehr wohlwollend honoriert. Gelegentlich gibt es auch „heisse Ohren". Einer schrieb uns mal per Email folgendes: „ey ihr blödiane, wen wollter denn mit den kotzfotos erschrecken? ihr habtse doch nich alle auffe latte, ihr penner... cheers und gute besserung". Das kommt vor. Wir haben allerdings sehr darüber gelacht vor allen Dingen über „ihr blödiane". Irgendwie hatte das ganze dabei echt Humor. Man kann es halt nicht jedem recht machen, das konnten die RAMONES auch nicht. Tja, also das mit den Mädchen.... äh, also... äh.... nächste Frage!



WANKER: Butsch Rämoun erzählte mir was von einer absolut originalen Killer-Show. Soll heißen alles ist dabei vom "GABBA GABBA HEY" Schild bis hin zum Pinhead, sogar euer Gitarrist spielt einen Nachbau von Johnny Ramones Klampfe. Ich finde das saugeil und eine völlig gute Idee mit sowas aufzufahren. Was kann der Zuschauer bei eurer Show erwarten? Bevorzugt ihr mehr ältere Stücke oder mehr die HITS die sogar meine Mutter kennt a la "poison heart", "blitzkrieg bop", "sheena is a punkrocker" oder das schon von 1.000.000. weiteren bands gecoverte "commando"?


RÄMOUNS: Wie gesagt, der ZuschauerIn kann das erwarten, was man von den RAMONES eben erwarten kann. Die Songauswahl liefert dabei einen Querschnitt der besten Stücke aller Studioalben. Wie die RAMONES auch spielen wir das was man auch hören will: Dazu gehört eben auch „Commando" (ist aber doch auch ein echt geiles Stück, oder nicht?). Wir haben überhaupt nicht die Absicht da irgendwas neues oder innovatives oder sonstwas zu machen, da man an einer Sache die schon perfekt ist (wie die RAMONES) nix herumdoktert. Wenn ich mir so Scheiben anhöre wie die gecoverte „Leave Home" von den Vindictives, dann frage ich mich echt ob die noch alle Tassen im Schrank haben. Ein so geile Platte so zu zersägen, würde ich doch nur mit einer Kapelle machen die ich nicht leiden kann - aber doch nicht als „Hommage" ! Das erzähle ich jetzt so detailliert, weil ich aus Deiner Bemerkung, dass „Commando" schon von einer Million anderer gecovert wurde sowas wie „laaaaaaaaaangweilig" heraushöre. Ich finde das nicht. Gute Stücke werden nie langweilig, man lernt sie nur besser kennen (das hat so ähnlich Johnny Ramone mal gesagt). Hier kommt wieder ins Spiel, dass wir eben keine Cover- sondern eine Imitationsband sind. Die alten Fans sollen ihren Spaß haben und das kriegen was sie kennen, und die neuen, die, weil zu jung, die RAMONES leider nicht live erleben durften sollen einen Eindruck kriegen. Tatsächlich haben manche Kids die auf unserem ersten Gig waren sich hinterher Platten von den RAMONES gekauft. So soll es sein.



Der Nachbau von Johnnys Mosrite-Klampfe ist nicht gekauft liebe Leserinnen und Leser, sondern die hat sich unser genialer Künstler Lemmy Rämoun, und das mit dem Künstler meine ich jetzt in keinster Weise ironisch, „mal eben" selbst gebaut. Wir hatten versucht eine originale Mosrite zu besorgen, das ist, vor allem in weiß sehr, sehr schwierig, weil das handgemachte Gitarren sind, die eben nicht wie eine Fender Stratocaster überall zu bestellen sind. Deswegen sind die auch sauteuer, so etwa 3500-4000 DM pro Stück. Aber auf eine popelige Stratocaster ausweichen wollten wir auch nicht, also hat Lemmy sie sich selber gebaut, indem er ein Foto von Johnnys Geige auf Realgröße vergrößert ausdruckte, die Umrisse auf eine Stück Holz zeichnete und anschließend mit einer Flex aussägte. Aber wir werden uns, wenn wir denn mal „flüssig", sind auch eine echte zulegen. Vorläufig geht es mit dem Nachbau aber auch sehr gut. Wichtig ist ja, dass das Bühnenbild stimmt, weshalb Coiny auch einen weissen Fender Bass hat. Auch hier mussten wir handwerklich nachhelfen, weil es keine Fender mit schwarzer, sondern nur mit weisser Platte gibt. Man sieht also, dass wir keine Mühen und Kosten scheuen um die Show so original wie eben möglich hinzukriegen.

WANKER:


Habt ihr auch eigene Stücke im Programm die den RAMONES SOUND sehr ähnlich klingen? Es gab ja mal die RAMONEZ `77 aus Hamburg die zwar live auch nur die RAMONES gecovert haben jedoch eine einzigste Single mit eigenen Stücken veröffentlicht hat (und die war mal so richtig schweinegeil!!!)??
RÄMOUNS:Nein wir spielen keine eigenen Stücke. Aber darum geht es auch nicht, es geht nicht um uns, sonder einzig um unsere Heroen, die „RAMONES". Wir planen aber eine komplette Scheibe von den RAMONES zu covern wie das andere ja bereits auch getan haben. Das sind ja dann meistens Scheiben, die produktionstechnisch nicht so gelungen waren, wie die End of the Century die ziemlich gut von BORIS THE SPRINKLER gecovert wurde, oder die SCREECHING WEASELS die die erste RAMONES-Scheige gecovert haben. Sowas in der Art wollen wir auf jeden Fall auch machen, dazu muss aber auch Bedarf seitens des Publikums bekundet werden.

WANKER: Im Moment sind ja einige Mitglieder am machen und tun. Marky ist gerade in Deutschland unterwegs, Dee Dee hat seine Euro-Tour gerade gut überstanden. Habt ihr´ne Ahnung was die Ramones über ihre Cover Bands denken und hat sich die Geldgierige GEMA schon bei euch gemeldet??


RÄMOUNS : Von Marky weiß ich, dass er häufiger betont die „Ramones-Clones" (wär eigentlich auch ein geiler Bandname!) sollten ihr eigenes Ding machen. Klingt ein bisschen verächtlich. Aber ich denke, dass er und die anderen auch ziemlich stolz darauf sind, denn sie wissen welchen Platz sie in der Musikgeschichte haben und Cover- oder Imitationsband sind Ausdruck dafür. Was die geldgierige GEMA angeht so sind die noch nicht aufgetaucht. Unter der Voraussetzung, dass die Kohle dann aber tatsächlich an die RAMONES ginge (was ich bezweifle) und wir damit unseren Vorbildern die Rente mitfinanzieren könnten, hätte ich nichts dagegen wenn die GEMA Kohle kassiert.


WANKER: Was hören die RÄMOUNS (neben den Ramones) noch für Musik im grauen Alltag???


RÄMOUNS: Oh, das ist sehr vielseitig. Fitty ist so mehr der Metal-Typ. Aber ansonsten vor allem Punk Rock und Metal, also die komplette härtere Schiene wie Sepultura oder Fear Factory. Aber auch Sachen wie die Chilly Peppers. Ich für meinen Teil stehe seit geraumer Zeit auch auf elektronische, schräge Sachen wie Mouse on Mars oder Aphex Twin. Aber es gibt kein vertun: Am Ende kehren wir immer wieder zu den Wurzeln zurück und wissen was das Größte ist: Die RAMONES (ich habe eigentlich auch fast nur T-Shirts von d e n e n)!

WANKER: Pläne für die Zukunft

RÄMOUNS : Wir möchten möglichst viel mit den RÄMOUNS unterwegs sein und das Interesse des Publikums wecken für uns und das Original. Ich für meinen Teil würde gerne einmal Kanzlerkandidat der APPD werden (die es ja leider nicht mehr gibt).




WANKER: Danksagungen, Grüße, PiPaPo




RÄMOUNS: Wir danken den RAMONES für viele geile Platten, meiner Freundin Petra für die schönen Fotos die sie immer von uns macht und euch für das Interview. Grüßen wollen wir den Heavy Metal Fan Club Velbert. Ausserdem danken wir noch Matt Groening der uns so vorbildhafte Figuren wie Barney Gumble beschert hat.




WANKER: Wir geben bei der nächsten Gelegenheit der WANKER REDAKTION 24 Flaschen Bier aus, weil:




RÄMOUNS: .... ihr uns so schön penetrant um Bier anschnorrt. Da kann man einfach nicht „Nein" sagen.



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